Kurze Antwort: gezählt wird nach Haushalten, nicht nach Gästen. Eine Familie unter einer Adresse bekommt eine Einladung, ein zusammenlebendes Paar ebenfalls eine; aus einer Liste mit 200 Personen werden meist 90-110 Einladungen. Dazu kommt eine Reserve von 10%: Tippfehler, kurzfristige Zusagen und ein paar Stück zum Aufheben. Die Druckentscheidung besteht nur aus drei Dingen — Papier, Druckverfahren und Lieferzeit — und keines beginnt vor der Freigabe des Korrekturabzugs.
So ermitteln Sie die Stückzahl
- Machen Sie aus der Liste Haushalte. Die Gästeliste zählt Personen, die Einladung zählt Adressen. Familien, zusammenlebende Paare und alle mit einem gemeinsamen Umschlag werden zusammengefasst.
- Allein kommende Erwachsene einzeln zählen. Freunde, Kolleginnen, allein lebende Verwandte sind je eine Einladung.
- 10% Reserve addieren. Kein Verhandlungsposten: zu knapp gedruckt kostet später eine zweite Einrichtung der Maschine.
- 5-10 Stück zum Aufheben zurücklegen. Album, Erinnerungsbox, je ein Exemplar für beide Familien.
Der teuerste Fehler beim Druck ist kein Tippfehler, sondern eine zu kleine Auflage. Für die fehlenden zwanzig richtet die Druckerei den Auftrag erneut ein, und der Stückpreis der zweiten Auflage liegt weit über dem der ersten. Zu viel drucken kostet nur Papier.
Papier und Druckverfahren
Ob eine Einladung hochwertig wirkt, entscheidet das Papier ebenso wie das Design. Drei Entscheidungen:
- Grammatur. Dünnes Papier fühlt sich labberig an; Einladungen liegen meist nahe am Karton. Lassen Sie sich Muster geben — Grammatur sieht man nicht am Bildschirm, man fühlt sie.
- Verfahren. Digitaldruck punktet bei kleinen Auflagen und kurzer Lieferzeit; Offset senkt den Stückpreis bei großen Auflagen; Prägung, Folie und Letterpress erhöhen Wirkung und Lieferzeit gleichermaßen.
- Umschlag und Extras. Umschlag, Siegel, Band, eine eigene Antwortkarte — jedes ist ein eigener Stückpreis. Fordern Sie das Angebot als Gesamtpreis inklusive Umschlag und Beilagen an, nicht als "Preis pro Einladung".
Genau diese Posten blähen das Budget still auf; wo gekürzt wird, steht in bei der Hochzeit sparen.
Der Korrekturabzug: nie überspringen
Was im Text stehen soll, steht in was in die Hochzeitseinladung gehört; hier geht es darum, ob er stimmt. Zwei Personen lesen den Abzug getrennt und prüfen fünf Dinge einzeln:
- Passt das Datum zum Wochentag (mit Abstand der häufigste Fehler).
- Uhrzeit, Name der Location und vollständige Adresse.
- Schreibweise der Namen, besonders mit Umlauten.
- Telefonnummer und, falls vorhanden, Antwortlink oder QR-Code.
- Zeilenumbrüche und Satz: was am Bildschirm zentriert wirkt, ist es auf Papier nicht zwingend.
Verlangen Sie nach Möglichkeit einen gedruckten Andruck, nicht nur ein PDF: Farbe und Papierstärke wirken am Bildschirm nie echt.
Lieferzeit und Versandkalender
Druck und Verteilen sind zwei getrennte, aufeinanderfolgende Zeitpläne. Planen Sie mehrere Wochen für die Auflage ein; Sonderveredelungen verlängern das. Wann das Verteilen beginnen sollte, steht in wann Hochzeitseinladungen verschicken — rechnen Sie den Liefertermin von dort rückwärts.
Gedruckt und digital zusammen nutzen
Die gedruckte Karte ist die Einladung; die digitale Seite erleichtert Zusagen und alles nach dem Tag. Wie beides zusammenpasst, steht in digitale Einladung mit QR-Code. Faustregel: ein kleiner QR-Code auf der Karte holt die Zusagen aus Ihrem Telefon heraus, und derselbe Code sammelt am Hochzeitstag Fotos.
Fazit
Nach Haushalten zählen, 10% aufschlagen, Papier in der Hand auswählen und die Maschine erst nach Freigabe des Abzugs starten. Stimmen diese vier Punkte, ist das Thema in einer Runde erledigt. Damit auch der Tag selbst so ordentlich zusammenkommt: erstellen Sie Ihr Event in wenigen Minuten — der QR-Code auf den Tischen sammelt die Aufnahmen aller Gäste in einem Album.
